Profit der Energieversorger darf nicht wichtiger sein als die Angst der Menschen vor Atomkraftwerken

Veröffentlicht am 28.03.2010 in Kreisverband
Anti-AKW-Demo, Neckarwestheim, 21.03.10.
Anti-AKW-Demo, Neckarwestheim, 21.03.10.

Die Prüfung der Laufzeitverlängerung wird der Anti-Atom-Bewegung neuen Schwung verleihen.

Am 21. März fand der größte Protest gegen Atomenergie im Südwesten seit zehn Jahren statt. Mehr als 5.000 Menschen demonstrierten in Neckarwestheim gegen die von der Bundesregierung geplante Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke. Nur wenige Tage später zeigt sich, dass die Kernkraftwerksgegner nicht grundlos nach Neckarwestheim gezogen sind. Nach Agenturberichten prüft jetzt die Bundesregierung die energiepolitischen Folgen einer Laufzeitverlängerung bis zu 28 Jahren. Zu den im Atomausstiegsgesetz 2002 zugestandenen 32 Jahren Laufzeit wäre dies dann fast eine Verdoppelung. „Würde sich dies durchsetzen, hätten wir Kernkraftwerke, die mit einer Technik aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts noch im Jahr 2040 am Netz wären. Mit allen Risiken, die bereits heute schon bestehen, ohne Schutz vor terroristischen Angriffen und Erdbeben. Die Zwischenlager für die Castor-Behälter wären dann die Endlager für die nächsten 60 – 100 Jahre. Das wäre ein unhaltbarer Zustand.“ So die Sorge des Landtagsabgeordneten Wolfgang Stehmer (SPD).
Damit zeigt die Bundesregierung, dass sie nicht an einer Brückentechnologie „Atomkraft“ interessiert ist, wie das den Menschen vorgegaukelt wird, sondern nur am Profit der Energieversorger, ist sich die SPD im Kreis Ludwigsburg sicher. „Das Gerede des Bundesumweltministers zur Ablösung der Kernkraft durch eine Erhöhung der regenerativen Energieerzeugung ist damit von den unverbesserlichen Atomstromfreunden der schwarz-gelben Regierungen im Bund und im Land weggewischt worden. Da nützt auch ein Dementi der Bundesregierung nichts, das nur von einem Prüfauftrag spricht“, ist sich Stehmer sicher.
Nach Meinung der SPD im Kreis Ludwigsburg hilft jetzt nur noch der große Bürgerprotest. Deshalb begrüßte der Landtagsabgeordnete und SPD-Kreisvorsitzende die große Teilnehmerzahl auf der Kundgebung am 21. März 2010 in Neckarwestheim zu der ein Bündnis aus 35 Verbänden, Initiativen, Stiftungen und Parteien aufgerufen hatte – darunter auch die SPD. Unter den Demonstranten war neben Stehmer auch der neue SPD-Landesvorsitzende Dr. Nils Schmid MdL und MdB Josip Juratovic aus Heilbronn.
„Ich trete weiterhin für den vertraglich vereinbarten und gesetzlich beschlossenen geordneten Atomausstieg ein, bei dem nach 32 Jahren Laufzeit eines Kernkraftwerks Schluss ist. Daher muss der 1976 ans Netz gegangene Block 1 in Neckarwestheim schnellstens abgeschaltet werden, ohne Trickserei der EnBW. Der Betrieb des Kraftwerks gefährdet die Bevölkerung unnötig, denn eine gute Stromversorgung ist auch ohne dieses alte Kraftwerk möglich“, so MdL Wolfgang Stehmer.

 

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