„Think Global, Act Local!“

Veröffentlicht am 12.04.2006 in Pressemitteilungen

Am Samstag, den 29. April haben sich im Kulturhaus Sachsenheim ca. 35 – überwiegend ju­gendliche – Menschen eingefunden, um gemeinsam mit kompetenten Gesprächspartnern über das Thema Zukunft und Globalisierung zu diskutieren.

Die Konferenz stand unter den Leitfra­gen wie man Globalisierung für alle Menschen verträglich gestalten kann und was die Globali­sierung für uns und für andere bedeutet. Es ging hauptsächlich darum, das Problembewusst­sein zu schärfen.

Nach einer kurzen Einleitung von Franz-Hellmut Schürholz begann der ehemalige Bezirksleiter der IG Metall Gerhard Zambelli mit seinem Referat zum Thema Wirtschaft und Arbeit. Reicht unser aktueller Bildungsstand und die Bildungspolitik aus, um die anstehenden Herausforde­rungen zu meistern? Was können wir uns überhaupt noch leisten? Mit diesen provozierenden Fragen begann sein Vortrag. Im Mittelpunkt stand hier der Kontrast zwischen dem ständig be­schworenen Verlust der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, trotz der Tatsache, dass die deut­sche Volkswirtschaft Jahr für Jahr so genannter Exportweltmeister wird. Das Problem liegt also eindeutig an der schwachen Konsumfreude der Deutschen!

Anschließend wurde über das Thema Soziale Sicherung diskutiert. Wieder stand am Anfang ein Referat. Dieses Mal von Klaus Kirschner, dem ehemaligen Sprecher der SPD-Bundestagsfrakti­on. Im Zentrum des Vortrags und der Diskussion stand das Problem der Arbeitslosigkeit als Hauptproblem für den Abbau von Sozialleistungen. Auch das zu geringe Steueraufkommen bei den Unternehmen wurde als ein Problempunkt diskutiert. Wichtig für eine gerechtere Gesell­schaft ist auch die Angleichung von Leistungen der gesetzlichen und der privaten Krankenver­sicherungen.

Nach einer kurzen Pause widmeten wir uns dem Thema Bildung. Christine Rudolf erläuterte zu­nächst den aktuellen Zustand unseres Bildungssystems: Nicht die Begabung des Kindes, son­dern die Finanzkraft der Eltern steht im Vordergrund und entscheidet über den so genannten Bildungserfolg. Ein weiteres Problem ist die oft ungenügende Sprachfähigkeit der Kinder, wenn sie in die Grundschule kommen. Um dem entgegenzuwirken muss der Kindergarten für alle Kinder verpflichtend sein. Gleichzeitig müssen die Erzieherinnen so ausgebildet werden, dass sie den Kindern ausreichende Sprachkenntnisse vermitteln können, bevor sie eingeschult wer­den. Außerdem muss das „Soziale Lernen“ stärker gefördert werden. Dazu sollte die Grund­schulzeit auf mindestens sechs Jahre verlängert werden. Nach skandinavischem Vorbild wären dann stärkere und schwächere Schüler länger gemeinsam in einer Klasse, um sich gegenseitig beim Lernen zu unterstützen. Dementsprechend sollte auch die Lehrerausbildung nicht mehr nach Schularten, sondern nach dem Alter der zu unterrichtenden Kinder erfolgen. Denn Sechs- oder Achtjährige lernen ganz anders, als Vierzehn- oder Achtzehnjährige.

Zum Thema Umwelt hörten wir zur Einführung dieses Mal zwei Referate. Den Anfang machte Michael Böhm von der Firma EnerSys. Anschließend referierte Mandus Craiß, der Vorsitzende der BUNDjugend Baden-Württemberg. Es ist wichtig, globale Probleme lokal zu lösen. Gutes Vorbild sind hier die vielen Fotovoltaikanlagen, die in den letzten Jahren auf privaten und öf­fentlichen Dächern entstanden sind. Der Staat ist gefordert, Bürokratie abzubauen, um weitere Anreize für die Verwendung von erneuerbaren Energien zu schaffen. Würden die Kosten der Atomenergie seriös berechnet, würde das ergeben, dass diese Energieform teurer ist, als jede Form von erneuerbarer Energie. Denn die Kosten für die Entsorgung der ausgebrannten Uran­stäbe werden nicht in die Kalkulationen der Energieversorger mit einbezogen, da sie von den öffentlichen Kassen getragen werden.

Den Abschluss der Konferenz bildete das Thema Innere Sicherheit. Franz-Hellmut Schürholz forderte, dass die Innere Sicherheit eine Wertvorstellung werden muss, für die es sich lohnt, einzutreten. Im Zentrum seines Vortrags und der anschließenden Diskussion stand der interna­tionale Terrorismus. Als Problem wurden hier sowohl die El Kaida und ihr Ziel der Errichtung ei­nes Gottesstaates, als auch die Abkehr einiger westlicher Regierungen von Teilen des interna­tionalen Rechts. Es ist wichtig, Andersgläubige und Andersdenkende zu respektieren. Zur Inte­gration gehören immer zwei Seiten. Die Gefahr des internationalen Terrorismus besteht heute im Wesentlichen in der Vernetzung von Kleingruppen über das Internet. Diese sind also in der Lage, schneller denn je aktiviert zu werden und zuzuschlagen.

Weiter Informationen über diese Themen finden Sie auf der Website www.zukunftskonferenz-2006.de.

Artikel in der Bietigheimer Zeitung vom 10. April 2006.

 

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